panel 2

Arbeitnehmer angeben

Ein Arbeitgeber muss seine Arbeitnehmer beim LSS angeben. Um welche Arbeitnehmer geht es? Und welche Angaben muss er einreichen?

Letzte Überarbeitung : 21 Dezember 2016

Welche Arbeitnehmer angeben?

Bei weitem die meisten Arbeitnehmer in Belgien arbeiten mit einem klassischen Arbeitsvertrag und brauchen daher nicht bei der LSS angegeben zu werden. Aber manchmal ist die Situation weniger klar.

Anzugebende Arbeitnehmer

Personen mit einem Arbeitsvertrag

Die wichtigste Gruppe der anzugebenden Arbeitnehmer sind Personen mit einem Arbeitsvertrag. Mit einem derartigen Arbeitsvertrag verpflichtet sich ein Arbeitnehmer dazu, gegen Lohn Dienstleistungen unter der Aufsicht seines Arbeitgebers zu verrichten. Dieser Arbeitgeber kann dem Privatbereich oder dem Staat angehören.

Eine gesetzliche Vermutung

Für eine Anzahl von Gruppen besteht die 'gesetzliche Vermutung' eines Arbeitsvertrags: Das Gesetz geht davon aus, dass diese Arbeitnehmer einen Arbeitsvertrag abgeschlossen haben. Sie müssen daher angegeben werden – außer wenn gezeigt werden kann, dass kein Arbeitsvertrag abgeschlossen wurde. Unter anderem gehören Apotheker und Handelsvertreter zu den Berufen, die unter diese Regelung fallen.

Weitere Informationen finden Sie in den Administrativen Anweisungen.

Gleichartige Bedingungen

Auch Personen, die unter 'gleichartigen Bedingungen' wie die eines Arbeitsvertrags Arbeit verrichten, müssen angegeben werden. Jemand arbeitet unter gleichartigen Bedingungen, wenn seine Arbeit eine gesetzliche Beschreibung erfüllt. Es ist daher nicht nötig, dass die Dienstleistungen in einem Verhältnis der Untergebenheit geleistet werden. Es bestehen unter anderem gleichartige Bedingungen für Spediteure und Aufnahmeeltern.

Weitere Informationen finden Sie in den Administrativen Anweisungen.

Jobstudenten

Jobstudenten bezahlen nur einen 'Solidaritätsbeitrag'. Trotzdem müssen sie beim LSS angegeben werden.

Lehrlinge/Azubis

Lehrlinge sind für die Sozialversicherung normale Arbeitnehmer und müssen daher angegeben werden.

Satzungsgemäßes Personal des öffentlichen Dienstes

Die Angabepflicht gilt auch für satzungsgemäße Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, ungeachtet der Einrichtung, zu welcher der öffentliche Dienst gehört – das föderale Niveau, die Regionen oder die lokalen und provinziellen Behörden.

Arbeitnehmer, die nicht angegeben werden müssen

Manche Personen liefern Dienstleistungen von beschränktem Umfang und fallen dadurch nicht unter die Sozialversicherung der Arbeitnehmer. Wenn die nötigen Bedingungen erfüllt sind, ist das zum Beispiel für Freiwillige, Künstler mit einer spezifischen kleinen Vergütung und manche Arbeitnehmer aus dem sozialen und kulturellen Bereich der Fall.

Weitere Informationen finden Sie in den Administrativen Anweisungen.

Welche Regeln gelten bei grenzüberschreitender Beschäftigung?

Die Angabepflicht und die anderen Rechtsvorschriften der belgischen Sozialversicherung gelten nicht nur für Belgier, die in Belgien arbeiten. Sie können auch für Arbeitnehmer anderer Nationalitäten und für Arbeitnehmer anwendbar sein, die im Ausland arbeiten und im Dienst eines in Belgien niedergelassenen Arbeitnehmers sind.

Welche Vorschriften anwendbar sind – die belgischen oder die ausländischen – wird meistens durch einen internationalen Vertrag oder die interne Gesetzgebung Belgiens oder eines anderen Landes bestimmt.

In Kürze

  • Für Arbeitnehmer, die in der EU sowie dem EWR (Europäischen Wirtschaftsraum) und der Schweiz arbeiten, gelten die EU-Vorschriften.
  • Für Arbeitnehmer, die in Belgien oder einem Land arbeiten, mit dem Belgien einen bilateralen Vertrag abgeschlossen hat, gelten die Vorschriften, die in diesem Vertrag abgeschlossen wurden.
  • Für Arbeitnehmer, die in Belgien oder einem Land arbeiten, mit dem Belgien keinen bilateralen Vertrag abgeschlossen hat, gelten die allgemeinen Prinzipien der grenzüberschreitenden Beschäftigung.

Arbeitnehmer in der EU

Für Arbeitnehmer in der EU, dem EWR und der Schweiz, die ihren Beruf in einem oder mehreren dieser Länder ausüben, gelten die EU-Vorschriften für soziale Sicherheit.

Der Leitfaden Über der anwendbaren Gesetzgebung der Europäischen Kommission gibt eine Übersicht der Vorschriften.

Bilaterale Verträge

Belgien hat mit sehr vielen Ländern außerhalb der EU, des EWR und der Schweiz (wie zum Beispiel Marokko und die USA) einen Vertrag über die Sozialversicherung abgeschlossen. Eine Anzahl dieser Verträge gilt nur für die Staatsbürger derjenigen Länder, die den Vertrag abgeschlossen haben, andere sind für die Staatsbürger anderer Länder anwendbar.

Die wichtigsten Prinzipien der bilateralen Vereinbarungen sind die folgenden:

Situation der Arbeitnehmer Prinzip
Der Arbeitnehmer arbeitet auf dem Hoheitsgebiet eines Landes Es gelten die Vorschriften des Arbeitslandes.
Der Arbeitnehmer arbeitet zeitweise in einem anderen Land
(Überstellung, „detachering“)
Wer von seinem Arbeitgeber für einen zeitweisen Auftrag ausgesandt wird, bleibt im Prinzip vorübergehend im Belgischen Sozialversicherungssystem für Arbeitnehmer versichert. Der Arbeitgeber muss weiter Beiträge an das LSS bezahlen.
Der Arbeitnehmer arbeitet auf dem Hoheitsgebiet beider Länder Der Arbeitnehmer ist den Vorschriften jedes Landes für die Tätigkeiten, die er dort ausübt, unterworfen. Jeder Arbeitgeber muss seinen Pflichten in Bezug auf die Sozialversicherungseinrichtungen desjenigen Landes nachkommen, in dem er Arbeitnehmer beschäftigt.

Kein bilateraler Vertrag

Wenn kein bilateraler Vertrag anwendbar ist, dann gelten die allgemeinen Vorschriften für grenzüberschreitende Beschäftigung. Es gibt zwei Grundszenarien: Arbeitnehmer, die nach Belgien kommen, um zu arbeiten, und Arbeitnehmer, die ins Ausland gehen, um zu arbeiten.

In Belgien arbeiten

Für Arbeitnehmer eines Arbeitgebers, der im Ausland niedergelassen ist, die nach Belgien kommen, um zu arbeiten, ist es ausschlaggebend, ob der Arbeitnehmer von einer belgischen Betriebsniederlassung abhängt oder nicht.

Wenn der Arbeitnehmer von einer Betriebsniederlassung abhängt ... dann ...
in Belgien Gelten die belgischen Vorschriften. Jeder Arbeitgeber muss seinen Pflichten in Bezug auf die Sozialversicherungseinrichtungen desjenigen Landes nachkommen, in dem er Arbeitnehmer beschäftigt.
Im Ausland Gelten die belgischen Vorschriften.

Ins Ausland gehen, um zu arbeiten

Für Arbeitnehmer, die in einem Land arbeiten gehen, mit dem Belgien keinen Vertrag hat, ist die beabsichtigte Dauer der Beschäftigung ausschlaggebend.

Beträgt die beabsichtigte Beschäftigungsdauer ... dann ...
Weniger als sechs Monate Gelten die belgischen Vorschriften (wenn der Arbeitnehmer nicht in die überseeische Sozialversicherung von DIBISS eintritt).
Mehr als sechs Monate ist der Arbeitnehmer in Belgien nicht unterworfen. Er kann in die überseeische Sozialversicherung von DIBISS eintreten.

Außer den belgischen Vorschriften können auch die Vorschriften des anderen Landes anwendbar sein.

Einfluss auf soziale Rechte aufsuchen

Es ist oft schwierig, die sozialen Rechte von jemand zu bestimmen, der in ein anderes Land geht, um dort zu arbeiten. Auf dem Portal der sozialen Sicherheit bzw. Sozialversicherung stehen zwei Anwendungen, die dabei helfen können.

Beide Anwendungen geben auf der Grundlage von Suchkriterien eine kurze Beschreibung der sozialen Rechte in einer bestimmten Situation an. Dort finden Sie auch die Daten von Diensten oder Abteilungen, die auf Fragen antworten können.

Weitere Informationen

Die Broschüre Alles, was Sie immer schon über die soziale Sicherheit wissen wollten des FÖD Soziale Sicherheit zeigt eine Übersicht der internationalen Aspekte der sozialen Sicherheit.

Auf der Website des FÖD Soziale Sicherheit und der amerikanischen Social Security Administration sind Listen von Sozialversicherungsverbänden der ganzen Welt zu finden.

Welche Angaben muss der Arbeitgeber einreichen?

Ein Arbeitgeber muss die Dimona- und DmfA-Angabe bei der LSS einreichen. In der Praxis geben viele Arbeitgeber die Angaben an ein Sozialsekretariat oder einen Dienstleister ab.

Dimona

Mit der Dimona-Angabe teilt ein Arbeitgeber seine aktiven Arbeitsbeziehungen der Behörde mit. Der Arbeitgeber muss eine Dimona-Angabe ausführen, und zwar jedes Mal, wenn:

•    Er jemand in Dienst nimmt, bevor der Arbeitnehmer arbeitet;
•    ein Arbeitnehmer außer Dienst geht, spätestens am ersten folgenden Werktag nach der Entlassung oder dem Auszug des Arbeitnehmers.

Diese Angaben müssen elektronisch erfolgen.

Weitere Informationen

Alle Details über Dimona sind auf dem Portal der sozialen Sicherheit zu finden:

DmfA

Die DmfA (die multifunktionelle Angabe) ist eine Angabe pro Quartal der Dienstleistungen und der Löhne der Arbeitnehmer.

Warum?

Die wichtigsten Ziele der DmfA sind:

•    Festzustellen, wieviel Sozialbeiträge Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezahlen müssen;

•    die Lohn- und Dienstleistungsdaten aller Arbeitnehmer einmalig der Behörde mitzuteilen. Dadurch stehen, wenn ein Arbeitnehmer die soziale Sicherheit bzw. Sozialversicherung in Anspruch nehmen muss, schon ganz viele Daten über ihn zur Verfügung, welche die Sozialeinrichtungen nicht mehr erneut erfragen müssen.

Auch die DmfA muss elektronisch erfolgen. Das macht es möglich, die Daten sehr schnell im Netzwerk verfügbar zu machen.

Weitere Informationen

•    DmfA – Multifunktionelle Angabe (über den Onlinedienst)]
•    DmfA – die Quartalsangabe (über die Reglementierung)]

^ Back to Top